Road-Trip, USA 2022, Bryce Canyon, Escalante

Sunrise Bryce Canyon
Teil 5 der Reise, Bryce Canyon

Es ist 05:15 Uhr, der Wecker für den Fotografen, Bryce Canyon ruft. Liebevoll hat mir Claudia gestern Abend die Kaffeemaschine vorbereitet, schmecken tut das Zeug wie Entkalker. Dafür kann sie natürlich nicht. Die Geste war so lieb.
05:30 Uhr ich sitze bei 50°F, 10°C im Auto. Glücklicherweise heizt es schnell.

Bryce Canyon unter dem Orion
Sternenhimmel am Morgen

Die nächtliche Einfahrt in den Park ist kein Problem. Eine der Schranken ist geöffnet. Ich finde sogar die richtige Ausfahrt zum Sunrise Point, nachdem meinereiner sich in der letzten Nacht beim Rausfahren vertan hatte und mit Fernlicht über den Campingplatz gefahren ist.

Der Bryce Canyon liegt auf ca. 37,5° N, Grünstadt auf 49,5° N, demzufolge 12° südlicher, oder, anders ausgedrückt, 720 nm. Man mag sich fragen, worauf ich jetzt hinaus will. Fotografiert man gern zu den Tagesrandzeiten, so hat man ein gewisses Zeitgefühl für die Dauer von blauer und goldener Stunde. Diese Zeiten muss man hier näherungsweise halbieren.

Wie zum Sunset, so zum Sunrise, die Leute drängeln sich an den Aussichtspunkt. Oh, es sind sogar einige mit einer Kamera dabei, aber ein Mobiltelefon reicht ja. In der Tat versucht jemand, mir eine solche Diskussion aufzudrücken, obwohl er sieht, dass ich mit 2 Kameras hantiere. Unmittelbar einleuchtend, hat er recht.

Und hier kommt das Licht

Phänomenal zeigt sich darüber hinaus eine weitere Geschichte. Sobald die Sonne über den Bergrand schaut, sind fast alle Leute verschwunden, als gäbe es ein 06:30 Uhr Freibier.
Jetzt, genau jetzt, zeigen sich im Amphitheater die besten Farbspiele. Ich kapiere es nicht.

Morgen werde ich zum Bryce Point fahren. Dort sind hoffentlich weniger Menschen.

Bryce Canyon am Tag

07:30 bin ich zurück und wir schlendern ins Ebenezer’s für ein extraordinäres Continental Breakfast.
Der Schuppen ist abends eine Country-Kneipe, mit runden Tischen, rot-weiß karierten Wachstuchtischdecken und Beschallung von der Bühne, eine Dinnershow. Geil die Amis, die Besucher kommen in Bussen dorthin, quasi Stefan Mross und Helene Fischer auf Englisch.

Die Straße zum Ende des NP

Es wird schnell wärmer, ab ins Auto und den Park abfahren.
In Wahrheit ist es heiß, 30°C. Wir haben beide Kopfschmerzen, höhenbedingt. Bisher haben wir noch nie so viel Wasser getrunken.

Die entstehenden Fotos sind tageszeitbedingt mehr von dokumentarischem Wert.

Bryce Canyon abends, Teil 2

Deshalb fahren wir abends wieder zum Rim-Walk und genießen die imposanten Farben und Motive.

Auf dem Parkplatz sehen wir ein Wohnmobil mit einem Münchner Kennzeichen. Leider erfahren wir die Geschichte dahinter nicht.

Ein neuer Morgen am Bryce Point

Am nächsten Morgen klingelt mein Wecker wieder um 05:15 Uhr. Es soll noch ein Sonnenaufgang werden. Diesmal wird es der Bryce Point sein. Am Hotel sind es nur 10°C. Ich bin warm angezogen. Wunderbarerweise zeigt das Thermometer am Ziel 20°C. Aus den Bergen weht ein lauer Wind. Darüber kann ich nicht indigniert sein.

Blue Hour

Anfangs habe ich den Platz für mich allein. Dann erscheinen zwei Chinesen, die permanent laut reden und mit ihren Handy-Taschenlampen sinnlos in der Gegend rumfuchteln. Unzweifelhaft versauen sie mir eine Langzeitbelichtung.

Dieser Sonnenaufgang ist eindrucksvoller als der gestrige und wieder gelingen ordentliche Bilder.

Tagestrip nach Escalante

Nach dem Frühstück im Country-Schuppen wollen wir zum Grosvenor Arch. Den erreicht man über die legendäre Cottonwood Canyon Road. Die Unwetter der letzten Wochen haben diese dieweil in einen lausig schlechten Zustand versetzt. Wir brechen unseren Versuch erfolglos ab.

Kodachrome Basin, 108°F, 42°C, Licht erbärmlich, $10, weil State Park. Das war nix. Abends, mit tieferem Sonnenstand, lassen sich hier ganz gewiss gute Bilder machen, wenn man denn die Wege zu den Felsen gehen mag. Bei 42°C im Schatten wollen wir das nicht.

Der Plan sieht vor, nach Escalante und weiter zum Head of the Rock Overlook zu fahren. Das hat sich unbedingt gelohnt. Die Aussicht auf die weißlich-gelben Felsen und die sich windende Straße ist inspirierend.

Head of the Rock Overlook
Head of the Rock Overlook

In Escalante stoppen wir an einem kleinen Café und Outdoor-Laden. Hier bekommen wir ein nettes Schwätzchen und den ersten, richtig guten Kaffee.

Auf dem Rückweg in Tropic gibt es späten Lunch bei Rustler’s, durchaus empfehlenswert.

Die letzten Sonnenstrahlen, Good Bye Bryce
Rumstehchen und andere Dinge, die der Mensch nicht braucht

Das war’s mit dem Bryce Canyon und es reicht uns. Morgen geht die Reise weiter nach Sedona.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.