Zeewolde / Harderwijk, Tourentreffen

Harderwijk bei Nacht

Zeewolde und Harderwijk sollten unser Ziel für das lange Wochenende um Christi Himmelfahrt werden. Claudia hatte in der Altstadt von Harderwijk ein kuscheliges, kleines Häuschen gefunden in das wir für 5 Nächte ziehen würden.
Der ursprüngliche Plan sah vor, mit Topcat-Freunden gemeinsam zu segeln, dazu später.

M10, 35mm Summicron

Die Anfahrt nach Zeewolde in den Niederlanden würde 460km lang sein und 5h dauern, sollte… Es wurden über 500km und mehr als 7h, da wir zwecks Stauumfahrung in den Niederlanden auf die Landstraße ausgewichen sind. Somit hatten wir reichlich Gelegenheit, neue Gegenden kennenzulernen und die Landschaft zu genießen.

Die Ankunft in Harderwijk war aufregend. Das Navi führte uns kreuz und quer (indessen korrekt) durch die winkelige Altstadt von Harderwijk bis zu unserem Huisje. So standen wir auf einer Kopfsteinpflasterstraße, die wenig mehr als ein Auto breit war und mussten uns beim Ausladen beeilen, weil logischerweise ein anderes Fahrzeug hinter uns stand. Glücklicherweise waren das gemächliche Zeitgenossen und wir haben uns ehrlich bemüht, nicht zu trödeln. Deshalb schnell das Auto zu einem Parkplatz bringen und dann den Weg zurück finden. Das habe ich geschafft. Den kürzesten Weg zum Parkplatz haben wir indessen erst am vorletzten Tag entdeckt.

Die Türöffnung müssen wir hier erwähnen, fand sie doch per App und Mobiltelefon statt. Das war in der Tat hochspannend, funktionierte, ungeachtet dessen, gut.
Das Häuschen hatte eine Wohnküche zu ebener Erde und auf diesem Level auch das Badezimmer. Auf der dem Eingang gegenüberliegenden Seite öffnete eine weitere Tür zur Terrasse. Zum Schlafzimmer führte eine ungleichmäßig gewendelte Eichenbohlentreppe (Geländer erst im oberen Teil). Die war nix für schwache Nerven oder andere „Einschränkungen“. Das Schlafzimmer selbst lag hinter einer Empore im Giebel. Durch die Dachflächenfenster schauten wir auf den äußeren Hafen von Harderwijk.

Die Stadt Harderwijk wurde 1231 zum ersten Mal erwähnt. Otto der II von Geldern verlieh dem Marktflecken das Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert trat sie der Hanse bei und entwickelte sich zu einem Zentrum des Handels und der Fischerei. Im 19. Jahrhundert begann der deutliche Niedergang, der durch Ansiedlungen von Militär und der Ostindischen Kompanie etwas kompensiert wurde. Die Fischerei endete 1932, als die Zuidersee von der Nordsee abgetrennt wurde. Das ist jetzt das Ijsselmeer.

Details eines der vielen Plattbodenschiffe

Heute lebt die Stadt der Provinz Gelderland vom Tourismus, Kleingewerben und dem Militär. Die Nähe zu Amsterdam hat die Bautätigkeit deutlich intensiviert.

Die Altstadt ist typisch verwinkelt und bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit wunderbare Motive. Wir haben uns sehr, sehr wohl gefühlt.

Die Bilder unten sind jeweils in der Farb- und Schwarz-Weiß- Variante. Wir fanden beide Möglichkeiten gut und zeigen sie deshalb.

Aber ursprünglich wollten wir segeln. Kurz, daraus wurde nichts. Der Wind hat uns an allen Tagen einen Strich durch die Rechnung gemacht. 4-5 Bft. war die Grundwindstärke, die Böen erreichten obere 7 Bft. Das war definitiv nicht geeignet, um mit einem Strandkatamaran diese Gewässer zu befahren. Unsere Segelfreunde haben die gleiche, vernünftige Entscheidung getroffen.
So hatten wir plötzlich allerlei Zeit, auch, um in aller Ruhe miteinander erzählen zu können.

Am Freitag stand somit Enkhuizen auf dem Plan. Das erreichten wir via Aquädukt von Harderwijk, bei dem die Straße unter dem Veluwemeer geführt wird, Lelystad und über den langen, langen Markerwaarddeich, der das Ijsselmeer im Osten vom Markermeer im Westen trennt.


Enkhuizen ist ein Zentrum des Wassersports an der Nahtstelle zwischen den beiden großen Teilen der ehemaligen Zuidersee.

Hier findet man eine typische, alte Innenstadt mit vielen kleinen Geschäften. Das ganze Areal ist immer wieder von Kanälen durchzogen, an denen zahlreiche Boot festgemacht haben.
Richtung Ijsselmeer steht eine Klappbrücke, die bei Bedarf geöffnet wird.

Mussten wir bei der Hinfahrt über den Deich gegen den Wind, bläst er uns jetzt zurück nach Flevoland.

Nach der Rückkehr aus Enkhuizen treffen wir uns mit den anderen in der Innenstadt von Harderwijk. Zufällig werden wir Zeuge einer Hochzeit im Standesamt am Marktplatz.

Hochzeitsgäste
Wer auch immer es ist, wir wünschen viel Glück

Am Samstag ist es kälter geworden. Aus nördlicher Richtung kommen dichter werdende Wolken. Wir entscheiden uns dafür, die Boote abzubauen. Kaum ist alles trocken im und auf dem Trailer beginnt der erste, heftige Schauer.
Abends sitzen wir bei Maria und Willi im Vorzelt, grillen Steaks und lassen die Tage ausklingen. Auf dem Heimweg nach Harderwijk erwischt uns ein kolossaler Regenschauer, den wir zum großen Teil im Auto abwarten.
Am nächsten Tag werden wir den Trailer anspannen und wieder nach Hause fahren.

Auch wenn wir nicht segeln waren, hatten wir ein bezauberndes, langes Wochenende mit beschaulicher Zeit und einigen schönen Bildern

Begleitet haben uns einmal mehr die Leica Q Typ 116 und die M10 mit diversen Objektiven. Die Nikon war ebenfalls dabei, durfte aber nicht aus dem Rucksack. Ich hatte schlicht keine Lust darauf.
Die Q konnte wieder unter Beweis stellen, dass sie die beste unserer Kameras für wenig Licht am Abend und in der Nacht ist. Hatten wir das vorher gewusst? Klar…

Leica M10

2 thoughts on “Zeewolde / Harderwijk, Tourentreffen

  1. Frank Liebke says:

    Hallo Dirk,
    ich werde in dieser Woche 62 und will damit sagen, ich merke langsam dass mein Hirn anfängt zu verkalken. Und genau da als Du mir Spaß mit meiner neuen „Scherbe“ gewünscht hast. Irgendwie kam mir der Name bekannt vor, hab Deine Beiträge im Messucher-Blog mit Freude gelesen. Dann Grünstadt, und es dämmerte immer noch nicht ganz. In Deinem Objektiv-Beitrag dann, beim 2,5/105er, die Bilder von Deiner Frau mit der Leica. Und auf einmal, peng, endlich wieder alles da. Dein Kommentar in meinem Amrum-Beitrag, der mir so sehr gefallen hat und auch aus meinem Herzen sprach. Und diese, Deine Seite, hatte ich ja abgespeichert, weil ich sie in Ruhe genießen wollte. Nun ist wieder alles da. Klasse Bilder, schön dass wir uns über die Blogs gefunden haben. Macht mir eine richtige Freude Deine Beiträge zu lesen. Und noch mehr, weil Ihr ja auch zwei Fotobegeisterte seit und das auch lebt. Genau wie wir, Patricia fotografiert wunderbare Sachen mit einem sehr guten Handy (mit mehreren Objektiven eingebaut) und filmt viel Bin manchmal neidisch, weil Sie auch den absoluten Blick für das Motiv besitzt. Nee, neidisch nicht, es spornt mich selbst an.
    Viele Grüße vom Frank

    Antworten
    1. dirk says:

      Hallo Frank,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es macht mir immer Freude, andere Blogs zu lesen und zu genießen, besonders wenn daraus eine positive Rückmeldung entsteht.
      Umso schöner ist es, wenn andere Paare die Leidenschaft ebenso teilen.
      Jaa, der Blick für Motive, den haben die Frauen einfach und wir müssen uns das erarbeiten.
      Wir sind gespannt, was für weitere Berichte von Euch zu lesen sein werden. Die Bilder sind immer fabelhaft.
      Viele Grüße von Claudia & Dirk

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